Am Dienstagabend gegen 18:00 Uhr haben in Ahaus erneut mehr als 200 Menschen gegen den Transport von hochradioaktivem Atommüll demonstriert. Anlass war der zweite Castor-Transport aus dem Forschungszentrum Jülich in das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA).
Der Protest begann mit einer Auftaktkundgebung am Rathaus, an der sich nach Angaben der Veranstalter rund 230 Menschen beteiligten. Von dort zog die Demonstration in Richtung Zwischenlager. Etwa 150 Teilnehmer begleiteten den Protestzug bis zum Zielort am Atommülllager. Vor dem Zwischenlager formierte sich eine dauerhafte Kundgebung. Gegen Mitternacht sollen dort noch rund 40 Demonstrierende ausgeharrt haben.
Nach Polizeiangaben erreichte der CASTOR-Behälter mit leichter Verspätung gegen 3:30 Uhr das Zwischenlager Ahaus. Der Transport ist Teil einer größeren Verlagerungsaktion von Atommüll aus Jülich nach Ahaus. Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter nach Ahaus gebracht werden.
Auch entlang der Transportstrecke kam es zu Protestaktionen, unter anderem in Jülich und Bottrop. In Jülich fand vor dem Forschungszentrum eine Mahnwache statt.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Insgesamt waren rund 2.150 Beamtinnen und Beamte eingesetzt, um den Transport abzusichern. Nach Angaben der Polizei verlief die nächtliche Fahrt ohne Zwischenfälle. Gefahr habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.
Im Vorfeld hatte es zudem juristische Auseinandersetzungen um einzelne Protestaktionen gegeben. Das Verwaltungsgericht Münster gab einem Eilantrag von Transportgegnern teilweise statt, nachdem die Polizei zuvor bestimmte Versammlungen untersagt hatte.
Der Castor-Transport ist Teil einer längerfristigen Verlagerungspolitik der nordrhein-westfälischen Atomaufsicht: Das Zwischenlager in Jülich soll geräumt und der dort gelagerte Atommüll schrittweise nach Ahaus überführt werden. Die Proteste gegen diese Transporte dürften die Region daher auch in den kommenden Monaten weiter begleiten.
Impressionen von der Demo in unserer Fotostrecke













