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Keine Hoffnung für die „De Hoop“!

Immer bei extremem Niedrigwasser tauchen am Rhein Dinge auf, die normalerweise tief unter der Wasseroberfläche verborgen liegen. Bei Salmorth zwischen Kleve und Emmerich gibt der Rhein dann das Wrack der „De Hoop“ wieder frei. Holzplanken, Spanten und Teile der Konstruktion ragen aus dem Flussbett. Ankerwinde und Achtersteven der „De Hoop“ werden im Rheinmuseum Emmerich gezeigt. Mehr als 130 Jahre nach dem Untergang haben das Wasser und die Strömung Spuren an dem ursprünglich 32 m langen und 5 m breiten Einmaster hinterlassen. Für die „De Hoop“ („Die Hoffnung“) gibt es kaum noch Hoffnung. Das Holz wird weiter zerfallen, der Rhein wird weiter an den Überresten arbeiten und irgendwann werden wahrscheinlich auch die heute noch sichtbaren Teile verschwunden sein.

Unweit der „De Hoop“ ragt noch ein weiteres allerdings namenloses Wrack aus dem Wasser.

Die Dynamit-Explosion am Schürpoll

Der Untergang der „De Hoop“ geschah am 19. März 1895. „6 Uhr 10 Min. erdröhnte die Erde und ein furchtbarer Knall erschreckte die ganze Gegend stundenweit.“, schreibt das Bürger-Blatt am 20. März 1895. Weiter heißt es, „Auf dem Schiff „Elisabeth“ einem Einmaster, der mehr als zur Hälfte beladen war, kam das Dynamit zur Explosion. Das Schiff lag fest am Ufer und flog in 1000 und abertausend Atome zerschmettert in die Luft, Tod und Verderben bringend für alle darin Beschäftigten und die Umstehenden. In dem explodirten Schiffe waren die Arbeiter mit dem Verstauen der Kisten beschäftigt, von diesen Personen ist niemand mehr am Leben, im Umkreise von 200 Meter liegen ihre Gliedmaßen und Körpertheile – Arme, Finger, Kopfhäute, Beine am Uferrande zerstreut.“

Auch der „Clever Volksfreund“ berichtete am 21. und 23. März 1895 über das Unglück.

Bericht vom „Clever Volksfreund“ vom 21. März 1895

Bericht vom „Clever Volksfreund“ vom 23. März 1895

Sieben Schiffe sollten Ende Januar 1895 insgesamt 150 Tonnen Guhrdynamit und Sprenggelatine einer Dynamitfabrik in Köln-Porz nach Antwerpen befördern. In Antwerpen sollte die Fracht dann auf den Überseedampfer „Chemnitz“ umgeladen und zu Goldbergwerken in Afrika gebracht werden. Da die Niederlande maximal 30.000 Kilogramm Sprengstoff pro Rheinschiff zuließen, mussten die 7.944 Kisten à 20 Kilogramm auf die sieben kleineren Schiffe aufgeteilt werden. Die sieben Schiffe mussten ihren Transport Mitte Februar wegen Treibeis auf dem Rhein unterbrechen. Bei Salmorth ankerten die Schiffe im Vossegatt, einem Altrheinarm hinter der Schenkenschanz. Die Fracht wurde an Land am Schürpoll zwischengelagert.

Als der Rhein einen Monat später eisfrei war, sollte die an Land deponierte explosive Fracht wieder auf Schiffe verladen werden. Es handelte sich dabei um die Schiffe „De Duif“, „De Hoop“, „Elisabeth“, „Gezina“, „Maria Odelia“ und „Veer Gebroeders“. Die Schiffe „Gezina“ und „Veer Gebroeders“ waren schon voll beladen, als beim Beladen der „Elisabeth“ dann das unfassbare geschah. 948 Kisten mit 18.960 Kilogramm Sprengstoff flogen binnen einer Sekunde in die Luft. Alle anderen Schiffe wurden dabei zertrümmert oder versenkt, wobei die beiden schon voll beladenen Schiffe nicht explodierten. Auch zwei Schubkarren mit Dynamit explodierten in Ufernähe. Ein dritter, etwas entfernterer Schubkarren explodierte nicht.

Die Ursache konnte nie zweifelsfrei geklärt werden.

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