Start Lokales Düsseldorf AG Düsseldorf – Rucksack gegen Frontscheibe von Rettungswagen

AG Düsseldorf – Rucksack gegen Frontscheibe von Rettungswagen

Der Angriff auf einen fahrenden Rettungswagen durch den Wurf eines mit drei halbvollen Plastikflaschen gefüllten Rucksacks auf die Frontscheibe beschäftigt heute (14.10.) das Amtsgericht Düsseldorf. Der vierzigjährige Angeklagte Rayad A. soll am 23.11.2023 gegen 16:39 Uhr am Straßenrand einer zu diesem Zeitpunkt stark befahrenen Straße gestanden haben und einen Rettungswagen, der mit Blaulicht und Sirene zu einem Notfall unterwegs war, unvermittelt mit dem Rucksack gezielt beworfen haben. Der Fahrer des Rettungswagens habe eine Gefahrenbremsung durchführen müssen, um zu verhindern, dass der Rucksack die Frontscheibe durchstoße. Die Anklage lautet auf Nötigung und versuchten gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

Es stellt sich heraus, dass der Angeklagte bereits einen früheren Verhandlungstermin versäumt hat, woraufhin ein Strafbefehl erlassen wurde. Gegen diesen hat sein Verteidiger Widerspruch eingelegt. Einen Termin zu einer Exploration durch einen psychologischen Gutachter hat der Angeklagte ebenfalls nicht wahrgenommen. Daher gibt es zu Anfang der Verhandlung eine kurze Unterbrechung für ein Explorationsgespräch mit einem anwesenden Gutachter. Der Angeklagte äußert sich nur sehr kurz zur Tat. Er gesteht die Tat selbst ein, kann sich aber drei Jahre nach der Tat nicht mehr erinnern, warum er den Rucksack geworfen hat. Der Rettungswagen habe ihn gestört. Der Verteidiger erklärt, auch nicht mehr von seinem Mandanten dazu erfahren zu haben.

Die Richterin schlägt noch vor, die geladenen Zeugen zu hören, um ggf. die Schuldfähigkeit des Angeklagten besser beurteilen zu können. Doch nachdem der Gutachter erklärt hat, dass er keine Eingangskriterien für eine Schuldunfähigkeit oder verminderte Schuldfähigkeit beim Angeklagten gefunden habe, zieht der Verteidiger seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. Damit bleibt es bei den im Strafbefehl verhängten Sanktionen.

Quellen

Der Autor im Gerichtssaal.

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