Der Rhein hat ein Geheimnis freigegeben. Dort, wo der Silbersee zwischen Neuss und Dormagen in den Strom mündet, liegt der Aalschokker „Conny“ derzeit vollständig auf dem Trockenen. Wo sonst nur der Mast aus dem Wasser ragt, ist das Wrack des fast 120 Jahre alten Aalschokkers trockenen Fußes erreichbar. Das nutzen Familien mit Kindern und sonstige Schaulustige für ein Selfie auf dem Wrack.
Mit dem Aalschocker verbindet sich eine düstere Geschichte rund um Liebe, Eifersucht, Tod und Untergang. In den 1990er Jahren war die „Conny“ eines der letzten Rheinfischerboote. Friedrich B., Spitzname „Aal-Friedel“ fischte regelmäßig mit seinem Aalschocker „Conny“ im Bereich von Rheinkilometer 727.
Irgendwann in der Zeit erfuhr er von der Untreue seiner Partnerin mit seinem besten Freund. Er versuchte sie und ihren Liebhaber mit dem Messer zu töten, was allerdings misslang. So wurde der Fischer wegen versuchten Mordes zu einer langen Haftstrafe verurteilt.
Die „Conny“ sank 1994 unter ungeklärten Umständen. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis versuchte „Aal-Friedel“ noch sein gesunkenes Schiff zu bergen. Es fehlte wohl das Geld, so dass dieses Ansinnen scheiterte.
Kurz danach verliert sich die Spur von „Aal-Friedel“. Niemand weiß, wo sich der der Besitzer der „Conny“ heute aufhält und ob er überhaupt noch lebt.
Keine Bergung
Bestrebungen den Aalschokker zu bergen und ihn als eine Art Denkmal an Land zu präsentieren, schlugen fehl. Politiker, Vertreter des Kreises und der Stadt sowie Denkmalschützer hatten sich 2003 dazu getroffen. Es hätte wohl eine Einverständniserklärung des Eigentümers gebraucht. Da das Schiff in der Mündung zum Silbersee die Schifffahrt auf dem Rhein nicht behindert, hat auch die Stadt Neuss bisher keine Anstalten gemacht, das Schiff zu bergen.
Wichtiger Hinweis
Der Weg zum Aalschokker ist alles andere als „barrierefrei“.


